Nikotin-Nachweis in Snus

ID: 198730  |  Nr: 658  |  Alfred Krause

Schülerversuch ab Jahrgangsstufe 5

Kategorie: Nachweise

Hinweis: Die Übernahme in das DEGINTU-Konto zwecks Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation wird empfohlen!
Durchführung

Probenvorbereitung

Die Snus-Packung wird geöffnet und zwei Pouches (je 17 mg Nikotin) werden mit einer Schere an einem Ende aufgeschnitten. Das Pulver wird in ein Reagenzglas überführt, mit 4 ml demineralisiertem Wasser versetzt und die Suspension mit einem Heißluftfgebläse leicht erwärmt. Die Mischung wird filtriert und der Rückstand mit 1 ml Wasser nachgewaschen. Man erhält eine klare, leicht gelbliche Lösung mit pH = 8.

Nachweis von Nikotin mit Dragendorff-Reagenz

Ca. 2 ml des Filtrats werden mit Wasser auf ca. 6 ml verdünnt. Bei Zugabe von 0,5 ml Dragendorff-Reagenz fällt sofort ein oranger Niederschlag aus.

Dünnschichtchromatographie

Vom Filtrat werden 100 µl auf eine Kieselgel-Platte (2,5 × 7,5 cm) aufgetragen und trockengeföhnt. Als Vergleichssubstanz dient eine verdünnte Lösung eines Nikotin-Shots (für E-Zigaretten-Liquids). Die Platte wird im Laufmittel entwickelt und anschließend im Abzug trockengeföhnt. Danach wird sie im Abzug (vor einer Karton-Rückwand) mit Dragendorff-Sprühreagenz besprüht. Die sofort sichtbaren orangen Flecken treten nach erneutem Trockenföhnen noch deutlicher hervor.

Laufmittel

  • Option 1: Isopropanol : Ammoniak (25 %) = 7 : 3; Laufzeit ca. 47 min; Rf = 0,65
  • Option 2: Essigsäureethylester : Methanol : Ammoniak (25 %) = 9 : 1 : 0,5; Laufzeit ca. 10 min; Rf = 0,46
Geräte & Material

Reagenzgläser, Trichter, Filterpapier, Schere, Kunststoffpipetten, Dünnschichtplatten Silikagel, DC-Kammer, Heißluftgebläse

Gefahrstoffe
Name Formel CAS-Nr. H-Sätze P-Sätze Piktogramme
Ammoniak, wässrige Lösung 25% NH₃·aq
H314 – Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
H335 – Kann die Atemwege reizen.
H410 – Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P261 – Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden.
P271 – Nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwenden.
P273 – Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280 – Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
P303+P361+P353 – BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar):Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P305+P351+P338 – BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsennach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
GHS05, GHS07, GHS09
Methanol CH₃OH 67-56-1
H225 – Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H370 – Schädigt die Organe <oder alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt><Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H301+H311+H331 – Giftig bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen
P210 – Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen und anderen Zündquellen fernhalten. Nicht rauchen.
P233 – Behälter dicht verschlossen halten.
P280 – Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
P301+P310 – BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFOMATIONSZENTRUM / Arzt ... anrufen.
P303+P361+P353 – BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar):Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P304+P340+P311 – BEI EINATMEN: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen.
GHS02, GHS06, GHS08
Nikotin C₁₀H₁₄N₂ 54-11-5
H315 – Verursacht Hautreizungen.
H318 – Verursacht schwere Augenschäden.
H411 – Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H300+H310+H330 – Lebensgefahr bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen
P273 – Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280 – Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
P405 – Unter Verschluss aufbewahren.
P501 – Inhalt / Behälter ... zuführen.
P301+P310 – BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFOMATIONSZENTRUM / Arzt ... anrufen.
P302+P352+P310 – BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser/... waschen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/... anrufen.
GHS05, GHS06, GHS09
2-Propanol C₃H₇OH 67-63-0
H225 – Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H319 – Verursacht schwere Augenreizung.
H336 – Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
P210 – Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen und anderen Zündquellen fernhalten. Nicht rauchen.
P233 – Behälter dicht verschlossen halten.
P240 – Behälter und zu befüllende Anlage erden.
P241 – Explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel / Lüftungsanlagen / Beleuchtung /... verwenden.
P242 – Nur funkenfreies Werkzeug verwenden.
P305+P351+P338 – BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsennach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
GHS02, GHS07
Dragendorff-Reagenz (Munier)
H318 – Verursacht schwere Augenschäden.
H360 – Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen <konkrete Wirkung angeben,sofernbekannt><Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H373 – Kann die Organe schädigen <alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt> bei längerer oder wiederholterExposition <Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderenExpositionsweg besteht>.
P201 – Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
P260 – Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen.
P280 – Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
P308+P313 – BEI Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P305+P351+P338 – BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsennach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
GHS05, GHS08
Persönliche Schutzausrüstung
  • Eine Gestellschutzbrille ist zu tragen.
  • Als Spritzschutz dienen Nitril-Einmalhandschuhe.
Substitution Substitution 1
Substitution von Gefahrstoffen, Verwendungsformen und -verfahren wurde geprüft. Der Versuch ist zur Vermittlung wesentlicher Lerninhalte nicht verzichtbar und kann unter Einhaltung der in der Versuchsvorschrift genannten Einschränkungen und mit den dort genannten Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.
Gefährliche Stoffeigenschaften oder andere Gefährdungen, die eine Durchführung durch Schüler/innen oder Lehrkräfte grundsätzlich ausschließen würden, sind nicht bekannt. Die Stoffliste DGUV Information 213-098 in degintu.dguv.de wurde berücksichtigt.

Der nikotinhaltige Snus ist für Schülerinnen und Schüler über das Internet frei zugänglich. Das Risiko bei der Handhabung von zwei Pouches im Versuch ist im Vergleich zur bestimmungsgemäßen Anwendung zwischen Oberlippe und Oberkiefer vernachlässigbar.

Das Dragendorff-Reagenz enthält basisches Bismutnitrat in einer Konzentration von 0,4 %, das Sprühreagenz in einer Konzentration von ca. 0,04 %. Bei der Zugabe von 0,5 ml Reagenz mittels Kunststoffpipette in das Reagenzglas kann eine größere Kontamination vernünftigerweise ausgeschlossen werden.

Die Laufmittel für die Dünnschichtchromatographie können von der Lehrkraft vorbereitet werden; dies ist zugleich vorteilhaft für die Kammersättigung.

Entsorgung

Die wässrigen Lösungen können aufgrund der geringen Konzentration über das Abwasser entsorgt werden. 
Die Lösungsmittel sind über die lösungsmittelhaltigen Abfallsammelbehälter der Entsorgung zuzuführen. 

Medien & Abbildungen
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Bild 1: Im Internet frei zu erwerbende Snus-Packung. Bild 2: Inhalt der Packung mit den Nikotin-Pouches. Bild 3: DC-Chromatogramme mit Nikotin-Shot als Vergleich. 

Literatur

Krause, A. und Klemeyer, H. 2026, Nikotin-Nachweis in Snus; doi:10.5281/zenodo.22646193

Wikipedia: Nicotin; Dragendorff-Reagenz