Reaktion von Kupfer mit Iod (Schülerversuch)

ID: 125079  |  Nr: 351  |  Institut für Chemieinformation

Schülerversuch ab Jahrgangsstufe 5

Kategorie: Chemische Reaktionen und Energetik

Hinweis: Die Übernahme in das DEGINTU-Konto zwecks Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation wird empfohlen!
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Reaktionsgleichung

Reaktionsschema: Kupfer + Iod → Kupferiodid 

Durchführung

Ein mindestens 2g schweres sehr feines, blankes Kupfernetz wird zu einer kleinen Röhre gerollt und in ein 100mL Becherglas gestellt;

In das Becherglas werden 50mL einer 5%igen Lugolschen Lösung hinzugegeben. Die Lugolsche Lösung erwärmt sich durch die einsetzende exotherme Reaktion. Die Lösung wird zunächst trübe und die braune Farbe schlägt unter Bildung einer weißen Emulsion um. Nach einigen Sekunden bildet sich unter Aufklarung der Lösung ein weißer voluminöser Niederschlag. Nach dem Ende der Reaktion bzw. dem Erkalten des Reaktionsgemisches erfolgt der nächste Schritt.

Das jetzt löchrige Kupfernetz wird aus dem Becherglas herausgenommen und mit demineralisiertem Wasser gereinigt; Das Kupfer (I)-iodid wird mit einem Trichter durch einen lockeren Wattebausch abfiltriert.

Sollte der Filterkuchen noch einen leichte Gelbfärbung aufweisen wird mit wenig demineralisiertem Wasser farblos gewaschen.

Der schneeweiße Filterkuchen wird in eine Porzellanschale überführt und im Exikkator bis zur nächsten Woche getrocknet.

Geräte & Material

Reagenzglas, Gummistopfen, Reagenzglasgestell, Spatel, Tropfpipette aus Plastik

Gefahrstoffe
Name Formel CAS-Nr. H-Sätze P-Sätze Piktogramme
Iod 0,01M I₂·aq
Kaliumiodid 10% KI·aq
H372 – Schädigt die Organe <alle betroffenen Organe nennen> bei längerer oder wiederholter Exposition <Expositionsweg an geben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
P314 – Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
GHS08
Kupfer(I)-iodid CuI 7681-65-4
H302 – Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H315 – Verursacht Hautreizungen.
H317 – Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H318 – Verursacht schwere Augenschäden.
H410 – Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P273 – Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280 – Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
P302+P352 – BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser / ... waschen.
P301+P312+P330 – BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. Mund ausspülen.
P305+P351+P338+P310 – BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen.
GHS05, GHS07, GHS09
Kupfer, Drahtnetz Cu 7440-50-8
Persönliche Schutzausrüstung
  • Eine Gestellschutzbrille ist zu tragen.
  • Als Spritzschutz dienen Nitril-Einmalhandschuhe.
⚠ Gefahren
  • durch Einatmen
  • durch Hautkontakt
  • durch Augenkontakt
  • Brandgefahr
  • Explosionsgefahr
Substitution Substitution 1
Substitution von Gefahrstoffen, Verwendungsformen und -verfahren wurde geprüft. Der Versuch ist zur Vermittlung wesentlicher Lerninhalte nicht verzichtbar und kann unter Einhaltung der in der Versuchsvorschrift genannten Einschränkungen und mit den dort genannten Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.
Gefährliche Stoffeigenschaften oder andere Gefährdungen, die eine Durchführung durch Schüler/innen oder Lehrkräfte grundsätzlich ausschließen würden, sind nicht bekannt. Die Stoffliste DGUV Information 213-098 in degintu.dguv.de wurde berücksichtigt.

Der Versuch ist durch die Verwendung von Lugolscher Lösung anstelle von Iod als Reinstoff deutlich weniger gefährlich!

Literatur

Klemeyer, Horst; Sichere Schülerexperimente mit Iod (2026), https://doi.org/10.1002/ckon.70002